Konzept

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„Schreibtisch in Prüm“ ist ein Pilotprojekt. Ab Juli 2017 wird das Konzept in einer einjähriger Betriebsphase getestet und anschließend ausgewertet. Von den Ergebnissen und der Weiterentwicklung sollen dann auch andere Kommunen profitieren können.

Im Kern geht es darum, neue Arbeitsformen als Form der „Zwischennutzung“ in einer Leerstands-Immobilie zu testen. Als spätere Perspektive könnten statt eines leeren Gebäudes z.B. Dorfgemeinschaftshäuser oder privat-öffentliche Kooperationen aus Dorfladen plus Coworking genutzt werden.

 

Drei Jahre Vorarbeiten

Rund drei Jahre Vorlauf hat das Projekt, wenn am 3. Juli das Coworking-Büro eröffnen wird.

Die ersten Überlegungen zum Thema „Neue Arbeitsformen auf dem Land“ gab es bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz im Jahr 2014. Zunächst ging es um die Frage, ob und wie öffentliche Dorf-Infrastruktur auch als  temporäre Arbeitsorte genutzt werden könnte.

Die TU Wien lieferte 2014/2015 einen ersten Überblick zum Thema „Coworking weltweit unter Bedingungen des ländlichen Raums“ und eine erste Skizze zu einem „Geschäftsmodell“, wie Coworking und Leerstandsimmobilien kombiniert werden könnten.

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Die Digitalen Dörfer erkunden, wie umfassend die digitale Transformation das Dorfleben verändern wird.

Diese ersten Erkenntnisse flossen in die Ausschreibung der „Digitalen Dörfer“ 2015 ein: „Neue Arbeitsformen und Digitalisierung“ war eines der drei Wettbewerbsthemen. Die Digitalen Dörfer konzentrierten sich in ihrer ersten Phase (2015-2016) dann aber auf die Kombination „Logistik plus Ehrenamt plus Digitalisierung“. Mit der Verbandsgemeinde Prüm begannen daraufhin die Gespräche im Sommer 2015 über „Coworking auf dem Land“. Noch immer ging es dabei eher um öffentliche Gebäude. Alternativ wurde auch über eine mögliche Verbindung zu Kitas oder Kindergärten recherchiert. Auch dazu gibt es bereits einige gute Beispiele, wie die einer Elterninitiative in Berlin.

Konkret wurde es 2016, als der Eifelkreis Bitburg-Prüm ein verlassenes, gut erhaltenes Verwaltungsgebäude in Prüm anbieten konnte und großes Interesse zeigte. Das Institut für Technik und Arbeit der TU Kaiserslautern unterstützte die Entwicklungsagentur zwischenzeitlich bei der konzeptionellen Arbeit. Anfang 2017 konnte die EA von der Kreisverwaltung kostenfrei eine leerstehende Büroetage für das Pilotprojekt übernehmen.

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Im Frühjahr 2017 zeigte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, wie sich die Pendlerwege in Deutschland weiter verlängert haben. Gleichzeitig begannen die Umbauarbeiten im ehemaligen Kreiswasserwerk-Gebäude in der Kalvarienbergstraße 4.

 

Neue Arbeitsformen testen

Im Sommer 2017 startet der Betrieb. Während der einjährigen Pilotphase werden mit den Nutzern zahlreiche Befragungen durchgeführt. Ergänzend werden wir bei Arbeitgebern für die Idee „Coworking“ werben und ihre Anforderungen an einen Coworking-Arbeitsplatz für ihre Beschäftigten erfragen.

Zu Beginn der Betriebsphase basieren viele Vorgaben als Annahme oder Schätzung. Vieles wird im laufenden Betrieb angepasst werden müssen.

Bei „Coworking Space – Schreibtisch in Prüm“ geht es um neue Arbeitsformen in Klein- und Mittelstädten. In zentraler Lage, im ehemaligen Amt „Kreiswasserwerk“, finden sich ab Sommer 2017 mietbare Arbeitsplätze – Schreibtische und ein Besprechungsraum – für jederfrau und jedermann.

Coworking Spaces (Räume für gemeinsames Arbeiten) gibt es seit etwa einem Jahrzehnt in vielen Ländern. Es gibt sie vor allem im größeren Städten oder auch in Urlaubsregionen.

Mietbare Schreibtische werden genutzt von

  • Arbeitnehmern, die nicht im Home Office oder in der Firma arbeiten können oder wollen
  • Arbeitnehmern, die lange Pendelwege reduzieren wollen oder zwei statt fünf Tage „ins Büro“ fahren möchten
  • Arbeitnehmern, die näher am eigenen Zuhause sein müssen, z.B. weil sie Familienangehörige betreuen und auf Flexibilität angewiesen sind
  • Menschen, die ein professionelles Umfeld für ihre Arbeit oder ihr Hobby suchen und dies nicht am Heimarbeitsplatz tun möchten
  • Studierende, die ihre Abschlussarbeit schreiben möchten
  • Freiberufler, weil sie gerne mit anderen Menschen zusammen sein und die Kosten gering halten möchten
  • Start Up-Gründern, die einen Raum für alles benötigen und die Kosten im Blick haben
  • Urlauber, die „kurz mal Mails checken“ und dann doch etwas mehr arbeiten müssen
  • Menschen, die sich zum gemeinsamen Arbeiten treffen wollen und dazu eine professionelle Atmosphäre schätzen

 

Hier zitieren wir aus dem Konzeptpapier
(Stand April 2017):

 

1.1 Zielsetzung

1.1.1 Ausgangslage und Handlungsbedarf des Projekts

Digitalisierung der Arbeit und Virtualisierung der Arbeitsinhalte führen dazu, dass der feste Arbeitsort zunehmend an Relevanz verliert. Grenzübergreifende Cloud-/Crowd-Working-Arbeitsmodelle entstehen. Zunehmend werden diese auch von den nachrückenden Fachkräften der Generation Y eingefordert. Immer mehr werden Technologien für den mobilen Zugriff auf Büro- und Unternehmensanwendungen über Laptops, Smartphones und Tablet-PCs in den Arbeitsalltag integriert.

Coworking Spaces gibt es bisher fast nur in urbanen Räumen. Doch die Arbeitswelt ändert sich gleichermaßen für Menschen in den ländlichen Regionen. Mit den Abwanderungstendenzen aus den ländlichen Räumen und dem hohen Anteil von älteren Menschen gibt es hier andere gesellschaftliche Herausforderungen als in den Städten. Gleichzeitig weisen die ländlichen Regionen bereits seit den 1960er Jahren eine hohe Pendlerquote auf.

Im Rahmen des Modellprojektes wird erprobt,

  • ob es in einem wohlhabenden ländlichen Raum mit geringer Arbeitslosigkeit und einer hohen Pendlerquote in weit entfernte Ballungszentren bereits heute „neue Arbeitsformen“ gibt. Welche Anzahl dieser „neuen“ Arbeitsmarktakteure sind notwendig, um eine, die Kommune unterstützende, aus dem urbanen Raum adaptierte Arbeitsform (Coworking Space) zu etablieren
  • welche Rahmenbedingungen von öffentlicher Hand, Wirtschaft und Akteuren außerhalb des Marktes (bürgerschaftliches Engagement) notwendig sind und in welcher Form sie eingebunden werden sollen
  • ob und unter welchen Bedingungen Coworking Spaces in ländlichen Gemeinden von Rheinland-Pfalz funktionieren können
  • ob Coworking Spaces in vorhandenen (kommunalen) Leerstandsgebäuden in den kommenden Jahren ein Angebot der Kommunalentwicklung sein können, weil sie Lösungen für die Probleme im ländlichen Raum bieten, so z.B. Fachkräftemangel, hohe (Aus-)Pendlerzahlen sowie Immobilienleerstände.

 

1.1.2 Zweck des Projekts

Ein Coworking Space wird entwickelt und von Sommer 2017 bis 2018 in der ländlichen Kleinstadt Prüm in einem Testlauf mit realen Kunden betrieben.

Der zwölfmonatige Betrieb ist ein Feldversuch, aus dem Erkenntnisse gewonnen werden, die dann verallgemeinert in einem Angebot für andere Kommunen zusammengefasst werden.

Ab 2019 können diese Erkenntnisse für ein neues Instrument der Kommunalentwicklung in ländlichen Kleinstädten genutzt werden.

Das Geschäftsmodell der Coworking Spaces, das aus großstädtischen, hightech- und hochschulgeprägten Städten stammt, wird damit auf ländliche Kleinstädte übertragen und auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem realen Kundenverhalten angepasst.

Es stellt ein zeitgemäßes Angebot für Arbeitnehmer und Freiberuflern im Sektor „Wirtschaft und Arbeit“ als Beitrag zur Kommunalentwicklung dar.

Zudem wird dadurch die Kooperation zwischen kommunaler Verwaltung, der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (EA) gefördert.

 

1.1.3 Kernidee des Projekts

Es wird ein auf die lokalen Gegebenheiten angepasstes Geschäftsmodell eines Coworking Space aus bislang rund zehnjähriger Marktpräsenz im urbanen Raum auf ländliche Kleinstädte in Rheinland-Pfalz übertragen. Indem Erwerbstätige vor Ort bleiben um zu arbeiten, wird mit dem Coworking Space auch ein Betrag zur lokalen Volkswirtschaft durch den lokalen Konsum geleistet. Das Projekt stellt damit eine Verbindung von digitalen Services aus dem Markt mit aus der Nutzung entlassenen Immobilien und ortsungebundener sowie zeitlich flexibler menschlicher Arbeit her.

Markenkern des Projekts ist es, Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen und zu vernetzen und so den ländlichen Raum attraktiv zu halten.

 

1.1.4 Endergebnis des Projekts

Für das Jahr 2018 sind folgende Ergebnisse vorgesehen:

1) Geschäftsmodell für den Coworking Space in Prüm, das sich aus dem Testlauf herauskristallisiert hat

2a) allgemeingültige Auswertung des Testlaufs in Prüm

2b) als übertragbares Geschäftsmodell für ländliche Kleinstädte in Rheinland-Pfalz à Papier / Handlungsanleitung wird verfasst

Von 2019-2021 sollen folgende Ergebnisse erreicht werden:

3) Kommunalentwicklungsprojekt in Kooperation mit den zuständigen Ministerien und  Kommunen.

 

1.1.5 Spezifischer Coworking-Typ in Prüm

In ländlichen Coworking Spaces werden häufig vor Ort vorhandene Herausforderungen durch lokale Akteure gelöst – von Betreuungssituationen bis zu Innovation und Effizienzsteigerungen bei Kleinunternehmen. Die Nutzer und Kunden kennen sich häufig bereits vor dem Eintritt, sie sind Nachbarn in der Region.

Bisher ist bezogen auf Prüm zu wenig zu den genannten Aspekten bekannt, um Aussagen zur konkreten inhaltlichen Fokussierung, zur organisatorischen Ausgestaltung resp. zur konkreten Positionierung des Coworking Spaces am Markt treffen zu können. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass der Betreiber des Coworking Spaces speziell in der Aufbauphase Impulse der lokalen Bevölkerung, der regionalen Unternehmen, der Besucher aus Partnerstädten o.ä. einbezieht. In diesem Fall müsste der  Coworking Space entsprechend organisatorisch, räumlich usw. ausgestaltet werden. Zum anderen kann der Coworking Space auch einer entsprechenden Initiative entspringen. In jedem Fall muss der Coworking Space maßgeschneidert (taylor made) für die lokale Situation sein.

Die Kernbotschaften des Coworking Spaces sollen in jedem Fall sein:

„Der Coworking Space hat mit Euch zu tun, mit der Situation, mit den Anliegen der lokalen Bevölkerung und den lokalen Unternehmen. Der Coworking Space ist für Euch, die lokale Bevölkerung.“  

Der Coworking Space will unterstützen und vernetzen, Menschen und Organisationen, damit ihr Eure Ziele erreicht, um Aktivitäten im ländlichen Raum zu ermöglichen bzw. zu erleichtern – Arbeit und wirtschaftlicher Erfolg vor Ort, die Betreuung von Kindern und Senioren, Sport und Kultur, Handel, Weiterbildung und kreative Tätigkeiten uvw.

Folgende potenzielle Typen resp. Ausgestaltungen des Coworking Spaces wurden bisher identifiziert:

  • Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zeitweise vor Ort (nah am Wohnort) zu arbeiten oder entsenden Projektteams
  • auf Handwerk und verarbeitendes Gewerbe fokussiert
  • auf Weiterbildung fokussiert
  • den Umgang mit Betreuungssituationen im Fokus
  • Kleinunternehmen und Unternehmensgründungen im Fokus
  • auf Kreativwirtschaft fokussiert

 

1.1.6 Angebot des Coworking in Prüm

Das Angebot des „Coworking in Prüm“ umfasst

  1. einen mietbaren, funktionsfähigen Arbeitsplatz mit einem Tisch, einem Stuhl, WLAN / LAN und Strom.
  2. Dies wird ergänzt durch Drucker und Kopierer, einen Meetingraum, der ebenfalls mietbar ist
  3. sowie einer Küche, in der es Kaffee und Wasser gibt.
  4. Das gemeinsame Arbeiten in einer Gruppe von bis zu 10 Personen
  5. eine stetige Begleitung und Auswertung durch Nutzerbefragungen
  6. Informationsangebote zum Thema „Neue Arbeit“
  7. einzelne, individuelle Beratungen

Es wird die Möglichkeit für eine ortsungebundene und zeitlich flexible Arbeit sowie zur Mitarbeit am Konzept des Coworking Space geboten.

 

1.1.7 Weshalb die Projektidee der richtige Ansatz ist

Das Konzept des Coworking Space wird auf den ländlichen Raum übertragen. Dafür eignet sich Prüm, da es sich um eine ländliche Kleinstadt handelt, in der dem Projekt zudem Unterstützung entgegengebracht wird. Auch sind in der Stadt leerstehende, kommunale Immobilien vorhanden. Weiterhin gibt es in Prüm und Umgebung oder einer anderen ländlichen Kleinstadt keinen Coworking Space. Die Region weist zudem hohe Ein- und vor allem Auspendlerzahlen auf und eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote (3,4%). Ferner gibt es aktuell keine lokale oder regionale Krise, die einen Effekt auf den geplanten Coworking Space haben könnte. Das Projekt stellt zudem eine Kombination aus Praxiserfahrungen, generiert durch den Testlauf, wissenschaftlicher Begleitung durch Nutzerbefragungen, kommunaler Beteiligung und professioneller Projektsteuerung dar.

 

1.1.8 Cowoking in Prüm nach Projektende

Das Projekt umfasst verschiedene Teilbereiche, die zeitlich gestaffelt sind. Dazu gehören:

  1. Vorbereitung und Konzept des Projekts 2016-2017
  2. Lokale Praxis mit wissenschaftlicher Begleitung und regelmäßiger Evaluation und Anpassung 2017-2018
  3. Auswertung des Projekts in Prüm 2018
  4. Übertragung auf andere Kommunen 2018
  5. Kommunalentwicklungsprojekt

Der Teilbereich fünf kann über das Projektende hinaus weiterbestehen, sofern die Etablierung von Coworking Spaces in anderen Kommunen erfolgreich verläuft.

 

1.1.9 Volkswirtschaftlicher Nutzen des Projekts

Volkswirtschaftlicher Nutzen generiert sich zunächst dadurch, dass externe Ressourcen im Ort investiert werden. Zudem wird eine leerstehende Immobilie erhalten und genutzt.

Durch das Konzept des Coworking Space bleiben Ressourcen wie Zeit und Geld lokal, da Erwerbstätige nicht auspendeln müssen, sondern vor Ort arbeiten können.

Der Coworking Space selbst kann je nach Auslastung ein Wertschöpfungsmodell für ländliche Kleinstädte darstellen.

Darüber hinaus bietet er eine Plattform für neue Wirtschaftsunternehmen und fördert überregionalen sowie spartenübergreifenden Wissensaustausch.

 

1.1.10 Einzigartigkeit und Nachhaltigkeit des Projekts

Der Coworking Space in Prüm ist einzigartig, weil in Deutschland bei Projektstart (2016) kein solcher im ländlichen Raum bekannt ist (Internetrecherchen TU Wien 2014, EA 2016).

Er ist nachhaltig, weil es ein Kommunalentwicklungsprojekt zwischen 2019 und 2021 darstellt und darüber hinaus angewendet wird („+20“), was zu neuen Erkenntnissen führen wird.

 

1.1.11 Projektziele (SMART)

Folgende Ziele wurden definiert:

  • Der Coworking Space in Prüm wird mit Kunden ab Juli 2017 zwölf Monate betrieben.
  • Es werden Erkenntnisse aus dem Betrieb und dem Projekt gewonnen.
  • Diese Erkenntnisse werden in Form eines Berichts ausgewertet.
  • Es wird eine Handreichung zur Einrichtung und zum Betrieb von Coworking Spaces in ländlichen Kleinstädten verfasst.
  • Das Kommunalentwicklungsprojekt „20+“ mit den obersten Landesbehörden für ca. 20 Coworking Spaces in ländlichen Kleinstädten in Rheinland-Pfalz wird durchgeführt.

Bewertungsmatrix für den Erfolg des Coworking Space:

Coworker bestätigen folgende Effekte der Nutzung des Coworking Spaces für sie:

Wann ist der Coworking Space ein guter Coworking Space? aus Sicht der Coworker (C), der Politik (P), der Betreiber und Dritter (D) Gewichtungs-faktor
1.    die Vereinbarkeit von Leben und Arbeit (die Work-Life-Balance) wurde verbessert C 3
2.    Betreuungsphasen z.B. von Kindern oder Senioren wurden ermöglicht oder vereinfacht C 3
3.    die Lebensqualität hat zugenommen C,P
4.    die Vernetzung mit anderen für Leben, Familie, Arbeit o.ä. wichtigen Personen und Organisationen wurde verbessert C 3
5.    die Häufigkeit berufsbedingten Pendelns resp. der Pendlerverkehr wurde reduziert C,P 3
6.    neue Ideen und Innovation wurden angestoßen C,P,D 3
7.    die Möglichkeit der Gründung eines Unternehmens (gewinnorientiert, nicht gewinnorientiert), eines Vereins o.ä. wurde angestoßen und ggf. ermöglicht (Beitrag zur Gründerkultur) C,P 2
8.    die Effizienz im Unternehmen, bei der Betreuung von Personen o.ä. wurde verbessert C 2
9.    Wissen wurde mit Dritten geteilt C 2
10. Eine Kultur des Teilens wurde angestoßen  [Anmerkung: ggf. ergänzen: „Abwanderung ist weniger ein Thema für mich als vor dem Eintritt in den Coworking Space bzw. der Coworking Space war auch ein Grund für mich nach Prüm zu ziehen.“] C 2
Coworker oder die erhobenen Daten bestätigen folgende Eigenschaften des Coworking Spaces [Begriffe zu erläutern]:
11. fördert Diversität P,C 1
12. fördert soziale Inklusion P,C 1
13. fördert Gemeinschaft/Wir-Gefühl P,C 1
Bewertungskriterien aus Betreibersicht [Benchmarks zu präzisieren und zu quantifizieren]:
14. Anzahl des Jahresverträge B 3
15. Anzahl der Events B 3
16. Nutzerfrequenz des Arbeitsplätze B 2
17. Bekanntheit B 3

 

Mittelfristiges Ziel der EA:

Aufbau von qualifizierten Betreibern (Nachahmern) resp. Capacity Building im Bereich Betreiber ländlicher Coworking Spaces

Auf der Meta-Ebene: Der Coworking Space will nicht nur vorhandene Bedarfe befriedigen, sondern hat den Anspruch den ländlichen Raum zu verändern, z.B. ihn wirtschaftlich zu beleben.

 

1.2 Einbettung des Projekts

Das Projekt steht im Kontext und zum Teil in Verbindung mit dem Landesprojekt „Digitale Dörfer“. Die Existenz- und Gründerberatungen der Industrie- und Handelskammern werden eingebunden. Die bis 2018 erstellte Digitalstrategie Rheinland-Pfalz spielt für das Projekt eine wesentliche Rolle.

Schnittstellen bestehen zu bereits existierenden Coworking Spaces in Deutschland sowie zu Unternehmen mit ortsungebundenen Arbeitsplätzen (Telearbeit).

Das Projekt hat eine Relevanz für „Langstrecken-Pendler mit Bildschirmarbeitsplatz“ und damit auch für Unternehmen im ländlichen Raum, zu denen Arbeitnehmer pendeln.

Für sie stellt das Angebot eine Steigerung der Attraktivität dar und damit einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte. In den 150 rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden ist das Projekt daher relevant für Verantwortliche mit wirtschaftlicher Funktion.

 

1.3 Projektumfang und Abgrenzung

Der Fokus des Projekts liegt zum einem auf dem Erkenntnisgewinn und -Verwertung aus dem Betrieb sowie der wissenschaftlichen Begleitung. Zum anderen liegt er auf dem Transfer zu einer allgemeingültigen Handlungsweise (z.B. mit Checkliste, Handreichung).

Es besteht keine Gewinnerwartung für den Coworking Space in Prüm – Ziel ist eine ausgeglichene Bilanz. Zudem wird es keinen dauerhaften Betrieb des Coworking Space durch die Entwicklungsagentur geben.

 

1.4 Erfolgsfaktoren und Risiken

Risiken, die das Projekt begleiten – und wie sie ggf. minimiert werden können:

Es besteht das Risiko einer nur eingeschränkt/nicht funktionierenden IT-Verbindung in den Räumen des Coworking Space. Dieses kann durch ein redundantes System und einen lokalen Dienstleister minimiert werden.

Des Weiteren ist der Bedarf an solchen Arbeitsplätzen generell sowie speziell in Prüm unklar. Die Öffentlichkeitsarbeit muss daher regelmäßig angepasst werden.

Da es sich bei dem Gebäude in Prüm um einen älteren Bau handelt, der zu Teilen leer stand, stellt der Gebäudezustand ein Risiko dar. Dieses kann minimiert werden, indem der Betreiber eine Checkliste erhält, in der alles, was zu beachten ist, aufgelistet ist. Zudem wird die Entwicklungsagentur wöchentlich vor Ort sein.

Es besteht das Risiko, dass der Coworking Space bei den Menschen in Prüm und Umgebung keine Akzeptanz finden wird. In einem solchen Fall, müssen die Zielgruppen flexibel angepasst werden.

Es gibt bis dato kein vergleichbares Projekt eines Coworking Space im ländlichen Raum. Daher gibt es auch bisher keine Erkenntnisse auf denen das Projekt basieren kann.

Zudem gibt es keine Erfahrung mit einem solchen Projekt und daher ein Mangel an Kompetenz im Team der Entwicklungsagentur. Dies wird mittels Expertengespräche sowie Fachliteratur ausgeglichen.

Es besteht ferner Unklarheit über notwendige Komponenten und auch benötigte Kompetenzen. Diese Unklarheiten werden im wöchentlichen Jour Fix besprochen und bearbeitet.

Gegebenenfalls werden Betreiber für den Coworking Space eingesetzt. Der Erfolg von Betreiberimmobilien steht und fällt mit der Qualität der Betreiberorganisation. Auf der Auswahl geeigneter Betreiber muss der Fokus liegen.

 

Erfolgsfaktoren des Projektes:

Für das Projekt Coworking in Prüm liegen definierte Ziele vor.

Zudem stehen für die Durchführung des Projekts freie Ressourcen bzw. Backups zur Verfügung.

Lokale Personen in Prüm werden mit ihrer Expertise eingebunden. Auf Basis der Kenntnisse vor Ort ist es möglich das Angebot des Coworking Spaces auf bestimmte Nutzungen und Communities zu fokussieren.

Des Weiteren gibt es eine zielgruppengenaue Ansprache mittels Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit sowie Gespräche mit Unternehmen. Das Angebot, das mit dem Coworking Space in Prüm gemacht wird, ist auf den Bedarf vor Ort zugeschnitten.

 

2. Vorgehen

2.1 Arbeitsschritte

Folgende Hauptelemente und Meilensteine des Projekts Coworking in Prüm wurden definiert:

Hauptelement Meilenstein Kalenderwoche
1.    Projektsteuerung und Öffentlichkeitsarbeit
2.    Konzept  Konzept verabschiedet KW 11
3.    Planung und Beauftragung  Planung ist abgeschlossen KW 16
Startphase / Zielgruppen-Ansatz KW 17
4.    Einrichtung und (Um-)Bau der Räumlichkeiten  Raum und Gebäude sind fertig zur Nutzung, Generalprobe und Freigabe,

Freigabe zum Betrieb und Eröffnung

5.    Prozesse und Vorbereitung zum Betrieb  Definition von Abläufen, Prozessen und Angeboten sind fertiggestellt
6.    Betreiber
Betrieb Eröffnungsabend Freitag, 30.6.2017, 18 Uhr

Start am Montag, 3.7.2017

Quartal 3/2017 – Quartal 4/2017 – Quartal 1/2018 – Quartal 2/2018

Probe, Nachjustieren

1.    Monat

2.    Monat

3.    Monat: keine Ausfälle

4.    Monat

5.    Monat

6.    Monat: Umbau

 

7.    Auswertung und Übertragung: parallel zum Betrieb
8.    Abschluss lokalen des Coworking Space in Prüm: Beendigung oder Übergabe  Abschluss der Auswertung mit Abschlussbericht und Handreichung
9.    Vorbereitung des Kommunalentwicklungsprojekt „+20“ 2. Quartal 2018
 Konzeptübergabe an Ministerium des Innern inklusive Ausschreibungsunterlagen 1. Quartal 2019
 Freigabe Ministerium des Innern
 Ausschreibung für Kommunen 2. Quartal 2019
 Jury und Vergabe 3. Quartal 2019
 Lokaler Start 4. Quartal 2019

 

2.2 Projektorganisation

Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. hat die Projektträgerschaft.

Zur Steuerungsgruppe zählen die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V., der Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, der Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bitburg-Prüm und ein möglicher privatwirtschaftlicher Betreiber. Die Steuerungsgruppe trifft sich einmal pro Quartal.

Ein Beirat wird die Arbeit begleiten.

 

2.3 Kosten

Die Kosten des rund vierjährigen Projektes (2016 bis 2019) werden rund 120.000 Euro betragen. Die wesentlichen Kostengruppen sind

  • Renovierung/Einrichtung – ca. 42 %
  • IT – ca. 28 %
  • Konzeption und externe Beratung – ca. 24 %
  • Laufender Betrieb – ca 14 %
  • Öffentlichkeitsarbeit – ca. 14 %

Ein wesentliches Ziel des Pilotprojektes ist es, für die weitere Nutzung in anderen Kommunen ab 2019/2020 die dann kommunalen Kosten deutlich zu reduzieren, u.a. indem auf Erfahrungen aus Prüm aufgebaut werden kann und ein angepasstes Geschäftsmodell genutzt werden kann.